Youtube Video: Verdienstordenverleihung im Herbst 2026

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Schloss Biebrich im Herbst

Hessische Staatskanzlei

Ministerpräsident Rhein ehrt fünf hessische Persönlichkeiten

Ministerpräsident Boris Rhein hat im Schloss Biebrich in Wiesbaden fünf engagierte Hessen mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der Georg-August-Zinn-Medaille und dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet. Bei dem Festakt sagte der Regierungschef: „Wer wissen will, wie stark ein Land ist, der sollte vor allem dorthin schauen, wo Menschen füreinander einstehen. Engagement hat viele Gesichter. Es beginnt überall dort, wo Menschen mehr tun, als sie müssen. Alle Geehrten engagieren sich auf ganz unterschiedliche Weise für andere, doch immer mit großer Tragweite. Die Ehrungen sind hochverdient – und Auszeichnungen für Leistungen, die Wirkung für andere Menschen, für unser Land, für unsere Demokratie entfalten.“

Professor Dr. Frank Stangenberg-Haverkamp aus Darmstadt erhielt das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Frank Brabant aus Wiesbaden wurde mit der Georg-August-Zinn-Medaille ausgezeichnet. Prof. Dr. Volker Wissemann aus Marburg, Dr. Matthias Wilkes aus Lautertal sowie Prof. Dr. Karim Khakzar aus Fulda verlieh Rhein den Hessischen Verdienstorden.

Professor Dr. Frank Stangenberg-Haverkamp aus Darmstadt hat von Ministerpräsident Boris Rhein das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht bekommen. Stangenberg-Haverkamp arbeitete seit 1984 für die E. Merck KG, seit 2014 als Vorsitzender des Vorstandes und schied im Januar 2024 im Alter von 75 Jahren aus dem Familienrat aus. Er engagiert sich weiterhin dafür, die Forschung im Rahmen des Familienunternehmertums zu unterstützen. Darüber hinaus entstand 2017 auf seine Initiative die Merck-Foundation, eine gemeinnützige GmbH. Er ist Vorsitzender des Kuratoriums und treibende Kraft dieser Organisation. Gefördert werden Projekte in Europa, Afrika und Asien. Bis heute ist er Mitglied im Stiftungsvorstand der Stiftung Marienau. Die Stiftung fördert das Internat Marienau als wichtige Alternative zum öffentlichen Schulwesen. Ministerpräsident Rhein sagte: „Professor Dr. Frank Stangenberg-Haverkamp verbindet unternehmerischen Weitblick mit Großzügigkeit und Menschlichkeit. Er hat sich durch seine ehrenamtlichen Tätigkeiten in außerordentlicher Weise in den Dienst der Gesellschaft gestellt.“

Frank Brabant aus Wiesbaden wurde von Ministerpräsident Boris Rhein mit der Georg-August-Zinn-Medaille geehrt. 1962 besuchte Brabant eher zufällig das „Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath“ und erwarb dort den Holzstich „Der Redner“ von Max Pechstein aus dem Jahr 1919. Mit diesem Kauf wurde er zum engagierten Kunstsammler. Mittlerweile umfasst seine Sammlung etwa 600 Werke. Schwerpunkte sind der deutsche Expressionismus und sozialkritische Arbeiten der „Neuen Sachlichkeit“. Seit 1990 präsentiert Brabant seine Sammlung durchgängig national wie international. 2010 wurde erstmals eine Auswahl der Hauptwerke unter dem Titel „Bilderleidenschaft“ im Museum Wiesbaden präsentiert. Seitdem unterstützt der Sammler nahezu jede Ausstellung zur Klassischen Moderne des Museums Wiesbaden mit Leihgaben. Regierungschef Rhein sagte: „Frank Brabant denkt weit über den Tag hinaus, denn er hat testamentarisch bestimmt, dass seine Sammlung zu gleichen Teilen an das Staatliche Museum Schwerin und das Museum Wiesbaden gehen soll – seine Geburtsstadt und seine Wahlheimat. Brabant verbindet damit Ost und West. Wer seinen persönlichen Erfolg und Kunstsinn so konsequent mit der Gesellschaft teilt, der schafft etwas Bleibendes.“

Prof. Dr. Karim Khakzar aus Fulda bekam von Ministerpräsident Boris Rhein den Hessischen Verdienstorden verliehen. Im Jahr 2004 wurde er zum Vizepräsidenten und im Jahr 2008 zum Präsidenten der Hochschule Fulda gewählt. Dieses Amt bekleidet er bis heute. Regierungschef Rhein würdigte die Arbeit des Professors: „Prof. Dr. Karim Khakzar hat die Hochschule maßgebend geprägt, strategisch weiterentwickelt und ihr Profil geschärft. In ihrem Profilbereich weist die Hochschule Fulda bundesweit die meisten Studiengänge, die meisten Studierenden und die meisten Professuren auf. Die Verbindung von Gesundheit, sozialer Nachhaltigkeit, Ernährung und technischer Innovation wurde zu einem Alleinstellungsmerkmal der Hochschule Fulda. Prof. Dr. Khakzar hat es geschafft, interdisziplinäre Lehr- und Forschungsstrukturen aufzubauen und immer wieder Pionierarbeit zu leisten.“ An der Hochschule Fulda wurde früh erkannt, wie wichtig die Akademisierung der Gesundheitsberufe ist. Sie bot jahrelang als einzige Hochschule in Hessen einen Studiengang der Hebammenwissenschaft an. Beleg für die Forschungsstärke der Hochschule Fulda ist die zweifache Auswahl zur Förderung eines „Forschungsimpulses“ durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Dies gelang bundesweit nur einer einzigen weiteren Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Ministerpräsident Rhein sagte: „Mit Umsicht, diplomatischem Geschick und großem persönlichem Einsatz hat Prof. Dr. Karim Khakzar die Hochschule Fulda geprägt und damit auch den Wissenschaftsstandort Hessen dauerhaft gestärkt.“

Dr. Matthias Wilkes aus Lautertal wurde von Ministerpräsident Boris Rhein mit dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet. Von 2003 bis 2015 war er Landrat des Kreis Bergstraße. Regierungschef Rhein würdigte das Wirken: „Dr. Matthias Wilkes hat sich von Beginn an mit außergewöhnlichem Einsatz für die überregionale Sichtbarkeit der Region stark gemacht. Sein Engagement spiegelt sich in zahlreichen Initiativen wider. Unter seiner Leitung entstanden Projekte wie das Regionalforum ICE-Knoten Rhein-Neckar und das Wissenschafts-Shuttle, die die regionale Mobilität verbesserten und Forschung wie Wirtschaft enger vernetzten.“ Seit 1988 ist Dr. Matthias Wilkes der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie verbunden und aktuell als Vorsitzender des Stiftungsrates tätig. Unter seiner Leitung wurde die Stiftung zu einer bedeutenden Akteurin der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, mit Schwerpunkten in Asien und Ostafrika. Der Regierungschef sagte: „,Hilfe zur Selbsthilfe‘“ ist ein oft gebrauchtes Leitmotiv. Bei Dr. Wilkes ist dieses Motiv Programm – ob es um Bildung und Armutsbekämpfung geht oder darum, Chancen für Kinder und Jugendliche zu verbessern. Menschen zu unterstützen, das heißt für ihn, die Fähigkeiten der Menschen ernst zu nehmen und ihnen einen eigenen Weg zuzutrauen. Das kennzeichnet seinen gesamten Lebensweg.“

Prof. Dr. Volker Wissemann aus Marburg erhielt den Hessischen Verdienstorden von Ministerpräsident Boris Rhein. Der gelernte Zierpflanzengärtner ist seit 2007 als Professor für Spezielle Botanik an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) tätig. Von 2007 bis 2018 war er Generalsekretär der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Sie ist die größte Organisation für Pflanzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im deutschsprachigen Raum. In dieser Funktion setzte er sich besonders für junge Wissenschaftler- und Wissenschaftlerinnen ein, die sich am Beginn ihrer Karriere befinden. Aktuell ist Prof. Dr. Wissemann nicht nur Hochschullehrer und Wissenschaftshistoriker, sondern auch der Wissenschaftliche Direktor des Botanischen Gartens der JLU Gießen. Ministerpräsident Boris Rhein würdigte die Arbeit des Professors: „Prof. Dr. Volker Wissemann macht den Garten nicht nur zu einem florierenden Zentrum der inneruniversitären Ausbildung, sondern entwickelte ihn auch zu einem lebendigen Ort der außeruniversitären Bildung, des Dialogs und der Begegnung. Er holt die Wissenschaft aus dem Hörsaal in den Garten, in die Schulen oder in die Stadt. Seine Leidenschaft für Pflanzen begleitet ihn auf seinem Weg. 
Prof. Dr. Wissermann ist ein exzellenter Wissenschaftler und jemand, der sein Wissen teilt. Er hält öffentliche Vorlesungen, erklärt in Radio und Fernsehen sein Fach, bietet Praxiskurse an, bildet Lehrkräfte fort und beteiligen sich an der Kinderuniversität. Davon profitieren Gießen, die Wissenschaft und Hessen.“

Hessischer Verdienstorden

Der Hessische Verdienstorden wird zur Würdigung hervorragender Verdienste um das Land Hessen und seine Bevölkerung vom Hessischen Ministerpräsidenten verliehen. Es gibt zwei Ordensstufen: Hessischer Verdienstorden am Bande (niedrigere Stufe) und Hessischer Verdienstorden (höhere Stufe).

Georg-August-Zinn-Medaille

Die Georg August Zinn-Medaille wird für herausragende Verdienste und sehr großes Engagement zur Förderung des Gemeinwohls in Hessen verliehen. Die Verleihung findet durch den amtierenden Ministerpräsidenten im Rahmen eines Festaktes in unregelmäßigen Abständen statt.  Die Medaille wurde 1997 vom damaligen Ministerpräsident Hans Eichel gestiftet. Sie kann sowohl an Personen als auch an Institutionen verliehen werden, die sich in besonderer Weise um die Förderung öffentlicher Belange, insbesondere um Kultur, Kunst, Wissenschaft, Bildung, Umwelt, Soziales oder den Sport, verdient gemacht haben.

Bundesverdienstkreuz

Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss stiftete im Jahr 1951 den Verdienstorden der Bunderepublik Deutschland. Er wird für besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland sowie für Leistungen im politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Bereich verliehen. Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird in acht Stufen verliehen. Im Folgenden sind sie nach Höhe der Stufen geordnet, beginnend mit der niedrigsten: Verdienstmedaille, Verdienstkreuz am Bande (umgangssprachlich: „Bundesverdienstkreuz“), Verdienstkreuz 1. Klasse, Großes Verdienstkreuz, Großes Verdienstkreuz mit Stern, Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, Großkreuz sowie Sonderstufe des Großkreuzes.